Gefangene helfen Jugendlichen e.V.
Kurzbeschreibung Organisation
Der Verein Gefangene helfen Jugendlichen e.V. (GHJ) richtet sich an Jugendliche zwischen 12 und 21 Jahren, die am Rande einer kriminellen Laufbahn stehen oder bereits straffällig geworden sind. Sie sollen mit den negativen Auswirkungen von Gewalt und Kriminalität konfrontiert werden und die schwerwiegenden Konsequenzen verdeutlicht bekommen, die ein Absinken in die Kriminalität mit sich bringt. Dabei steht die Gewalt- und Kriminalprävention im Vordergrund. Die Idee zu dem Verein Gefangene helfen Jugendlichen e.V. entstand 1996 in der JVA-Fuhlsbüttel durch die Initiative von vier Inhaftierten. Der Grundgedanke war, gefährdete Jugendliche - unabhängig von ihrer Herkunft - durch direkte Konfrontation mit dem Gefängnisalltag und mit den Biografien der Gefangenen von einer kriminellen Laufbahn abzubringen. Betroffene Jugendliche sollten vor den weitreichenden Konsequenzen von Kriminalität und Inhaftierung (Isolation, Einsamkeit, Fremdbestimmtheit, emotionale Verarmung, Gewalt, Abschiebung) bewahrt werden. Seit 2001 ist GHJ ein eingetragener Verein und hat seit 2005 die Anerkennung als Träger der freien Jugendhilfe. Zu den vielfältigen Projekten von GHJ zählt unter anderem das "Pädagogisches Boxen", welches in einigen Ländern einen hohen Stellenwert hat und von Jugendlichen in der Regel als attraktiv bzw. „cool“ wahrgenommen wird. Die Grundlage bildet die Idee, soziales Lernen durch sportliche Aktivitäten in der Gemeinschaft zu fördern. Für die beteiligten Gefangenen bedeutet das Projekt nicht nur die Möglichkeit, andere vor ähnlichen Fehlern zu bewahren, sondern auch die eigene Vergangenheit aufzuarbeiten und einen Beitrag zur Wiedergutmachung zu leisten.
Ziel
Boxen dient nicht als Wettkampfsport, sondern als Medium, um Jugendliche in ihrer sozialen und emotionalen Entwicklung zu stärken. Ein klassisches „Sparring“ (also ein Boxen unter Wettkampfbedingungen) findet nicht statt, um Verletzungen zu vermeiden und den Fokus auf die pädagogischen Ziele zu legen. Der Sport fördert Disziplin, Selbstkontrolle, Respekt und hilft, Spannungen gewaltfrei zu lösen. Diese Eigenschaften sind entscheidend, um den Teilnehmenden zu zeigen, wie sie ihren Alltag ohne Gewalt meistern können. Partnerübungen im Boxtraining erfordern Aufmerksamkeit füreinander, was gegenseitigen Respekt stärkt. Dies erfordert Selbstkontrolle und Verantwortungsbewusstsein. Gleichzeitig lernen die Jugendlichen, Empathie und Toleranz für ihre Mitmenschen zu entwickeln.
Kooperationen
Der Verein wird durch die Zusammenarbeit mit verschiedenen Kooperationspartnern zu einem ganzheitlichen Konzept ergänzt. Die verschiedenen Träger tragen mit ihren jeweiligen Kompetenzen zur Qualitätssicherung bei. Dazu gehören verschiedene Bildungs- und Jugendeinrichtungen, die Polizei sowie Einzelpersonen von sozialen Trägern.
Finanzierung
Die Institutionen tragen, wenn möglich, die Projektkosten selbst. Oftmals wird die Finanzierung aber durch Spenden und Zuwendungen u.a. von Stiftungen, Zuschüssen, öffentlichen Trägern (Justizbehörde) oder Förderern unterstützt, welche auch den gemeinnützigen Verein fördern. Unterstützung durch Preisgelder helfen neben der Finanzierung auch als Referenz und sind daher sehr willkommen.
Sonstiges
Weitere News und Referenzen stellen wir auch über unsere Homepage online.